2. Kno­chen­mark­punk­ti­on

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Nach dem Krankenhausaufenthalt war ich körperlich ziemlich fertig und erschöpft. Meine Entzündungswerte waren immer noch hoch, meine Blutwerte sehr niedrig. Ich nahm noch etwa anderthalb Wochen lang Antibiotika, Hormontabletten sowie entzündungshemmende Schmerzmittel. Eigentlich sollte zu dieser Zeit bereits die zweite Knochenmarkpunktion stattfinden, damit eventuell schon Anfang Dezember mit der Behandlung angefangen werden könnte. Im Krankenhaus Winsen hatten sich die Ärzte besorgt über meine Blutergebnisse gezeigt, wussten aber selbst nicht genau, wie sie diese (aufgrund meines MDS) deuten sollten. Mein HB-Wert war auf 7,8 g/dl gesunken, meine Erythrozyten lagen nur noch bei 1,99 Mio./µl und die Thrombozyten…

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Mal eben Ei­zel­len einfrieren

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Wollen Sie Kinder? Durch die hochdosierte Chemotherapie werden meine Eizellen mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit zerstört. Was für ein Glück, dass es heutzutage die Möglichkeit gibt, vor der Behandlung Eizellen einfrieren zu lassen. Klar, man muss vielleicht ein paar Hormone nehmen, aber was soll da schon großartig schiefgehen?Ich sag’s euch: NE GANZE MENGE!!!Bereits im ersten Diagnosegespräch sagte mir meine Ärztin, ich solle über die Option nachdenken, Eizellen einfrieren zu lassen, wenn es der Zeitplan erlaubt. Finanziell müsse ich mich allerdings darauf einstellen, den Großteil der Behandlung aus eigener Tasche zu zahlen, da die Krankenkasse und die Beihilfe…

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Kein nor­ma­ler Tag

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Heute ist der 3. November 2020. Ein ganz normaler Tag, könnte man meinen, aber aus verschiedenen Gründen ist er es ganz und gar nicht. Erstens Heute ist Wahltag in den USA. Bis vor vier Jahren war mir ziemlich egal, wer die USA regiert. George W. Bush war scheiße, Obama war cool, aber darüber hinaus hatte ich nicht wirklich eine Meinung zu diesem Thema. Dann kam Trump. Ich weiß noch, wie ich mich mit meiner damaligen vierten Klasse über diesen Idioten und die dummen Wähler der USA aufgeregt habe, die dafür gesorgt haben, dass so eine geisteskranke…

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Ers­tes Ge­spräch im UKE

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Am 30.09.2020 war mein erstes Vorgespräch im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Da ich ein bisschen Angst hatte, war ich froh, dass Jan und meine Mutter (trotz Corona) ebenfalls an dem Gespräch teilnehmen durften. Ich hätte mir sicher nicht alles merken können und hätte, davon abgesehen, auch wenig Lust gehabt, alles Gehörte nochmal wiederzugeben.Auf der Fahrt zum Krankenhaus ging es mir überhaupt nicht gut. Mir war ziemlich übel und schwindelig. Was kann ich für Sie tun? Der Termin an sich war aber ok. Der Chefarzt begrüßte mich mit den Worten „Was kann ich für Sie tun?“, was ich etwas daneben…

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Dia­gno­se

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Als ich am 23. September meiner Ärztin ins Büro folgte, ahnte ich nicht, was sie mir kurze Zeit später sagen würde. Die Knochenmarkpunktion habe etwas ergeben. Ok, gut. Endlich eine Diagnose! „Sie haben MDS, eine bösartige Blutkrankheit. Ihre Zellen zerstören sich selbst.“ Oh. Mist. Ich hätte dann doch gerne eine andere Diagnose, bitte!„Es gibt nur eine einzige Therapie. Sie benötigen eine Knochenmarktransplantation inklusive einer Chemotherapie.“ Verdammte Scheiße. SO krank komme ich mir dann doch nicht vor. Die Ärztin erklärte, dass bei mir alle drei Zellreihen betroffen seien, sodass mein Körper keine gesunden Zellen mehr produzieren könne.…

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Vor­ge­schich­te

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Meine Ausdauer war noch nie die beste. Ob im Langlauf, beim Schwimmen oder Tanzen – ich war immer ziemlich schnell erschöpft. Unter körperlicher Belastung wurde mir schon mit 11 oder 12 Jahren schwindelig. Mein Hausarzt sagte damals, ich solle morgens Kaffee oder ein Glas Sekt trinken, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Scharlach? Im Januar 2012, als ich 23 Jahre alt war, ging es mir von einem Tag auf den anderen plötzlich sehr schlecht. Ich wurde mit hohem Fieber, entzündeten Schleimhäuten und völlig kraftlos ins Winsener Krankenhaus eingeliefert. Am Anfang schien nichts zu helfen und…

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